Warum Percussion der direkteste Weg zur Musik ist
Kein anderer Instrumentenbereich ist so unmittelbar zugänglich wie Percussion. Ein Kind, das einen Shaker oder ein Tambourin in der Hand hält, macht sofort Musik — ohne Unterricht, ohne Notenkenntnisse. Der Rhythmus steckt im Menschen drin. Percussion-Instrumente wecken ihn.
Gleichzeitig ist Rhythmus das Fundament aller Musik. Wer früh mit Percussion beginnt, baut ein musikalisches Fundament, von dem ein Kind später zehrt, ganz gleich ob es später einmal Gitarre, Klavier oder Saxophon spielt.
Die Percussion-Familie — eine Übersicht
Für die Kleinsten (ab 3 Jahre)
Shaker und Rasseln sind die einfachsten Instrumente — man schüttelt, und es klingt. Das Tambourin (mit Fell in der Mitte) oder der Schellenkranz (ohne Fell in der Mitte) erzeugen durch Schlagen auf das Fell oder den Holzrand den glockenähnlichen Klang der Metallscheibchen am Rand. Claves — zwei Holzstäbe, gegeneinander geschlagen — sind das Basispercussionsinstrument der lateinamerikanischen Musik. Triangel: Einfach in der Handhabung, aber mit dem Metallstab anspruchsvoll im Timing.
Ab 5–6 Jahre: Bongos
Bongos sind zwei miteinander verbundene kleine Trommeln, zwischen den Knien gehalten oder auf einem Ständer gespielt. Der Klang entsteht durch Anschlag des Fells direkt mit den Händen (keine Sticks oder Schlägel!). Je nach Handstellung lassen sich unterschiedliche Klänge erzeugen. Bongos erfordern erste koordinierte Handbewegungen und sind ideal für Kinder mit entwickeltem Rhythmusgefühl.
Cajón — die kompakte Rhythmusmaschine
Zunächst ein wenig Grammatik. Der, die das... im deutschen sind tatsächlich alle 3 Artikel für das Instrument gebräuchlich! Im spanischen heißt es el Cajón (männlicher Artikel), im Deutschen sind aber "die" Cajón oder "das" Cajón gebräuchlicher. In den letzten Jahren hat das Instrument eine bemerkenswerte Karriere gemacht: vom Rhythmusinstrument peruanischer Straßenmusiker zum Standardpercussionsinstrument in Folk-, und gar Rockbands.
Wie es funktioniert
Man sitzt auf der Holzbox und schlägt mit den flachen Händen auf die dünne Vorderplatte (Tapa). Schläge in der Mitte erzeugen einen tiefen Bassklang. Schläge an den oberen Ecken erzeugen einen hellen, schnappenden Snare-Sound. Mit diesen zwei Grundklängen lassen sich vollständige Rhythmuspatterns spielen und damit ein Schlagzeug imitieren (allerdings ohne Becken). Das ganze mit einer Kiste, die in jeden Kofferraum passt.