Klarinette für Kinder — Schwarze Schülerklarinette

Klarinette für Kinder

Warm, vielseitig, orchestertauglich — die Klarinette öffnet viele musikalische Türen.

Alter Ab 8–9 Jahre
Preis Ab ca. 130 € für Einsteigerinstrument
Unterricht Einzelunterricht empfohlen
Lernkurve Mittel — Ansatz und Griffsystem brauchen Zeit
Griffsystem Achtung! Böhm-System oder Oehler System?

Die Klarinette — vielseitig wie kaum ein anderes Instrument

Von Mozart bis Benny Goodman, von der Blaskapelle bis zum Symphonieorchester, von Klezmer bis zum Jazz — die Klarinette ist in so vielen Musikstilen zuhause wie kaum ein anderes Instrument. Das macht sie zu einer fantastischen Wahl für Kinder, die noch nicht genau wissen, wohin ihre musikalische Reise führen soll.

Die Klarinette gehört zur Familie der Holzblasinstrumente — auch wenn moderne Schülerinstrumente oft aus Kunststoff gefertigt sind. Der Ton entsteht durch ein einzelnes schwingendes Rohrblatt am Mundstück. Diesen Ansatz zu finden und zu festigen ist die erste große Aufgabe beim Klarinettenlernen.

Klarinette für Kinder Detailansicht

Kaufberatung: Die erste Klarinette

Für Einsteiger empfehle ich eine Kunststoff-Klarinette (ABS) — sie ist robuster als Holz, weniger anfällig für Temperaturschwankungen und klanglich für Schüler absolut ausreichend. Yamaha und Jupiter bieten zuverlässige Einstiegsmodelle. Beim Kauf unbedingt darauf achten, dass alle Klappen dicht sind.

Klarinette für Kinder Kaufberatung

Klarinette für Kinder — Hörbeispiel

Wie klingt eine Klarinette?

Häufige Fragen

Ab welchem Alter kann mein Kind Klarinette lernen?

Die Klarinette erfordert genug Fingerspan­nung und Lungenvolumen — das ist in der Regel ab 8–9 Jahren gegeben. Früher ist möglich, aber selten sinnvoll. Wichtig: Die Hände müssen groß genug sein, um die Klappen bequem zu greifen.

Deutsche oder Böhm-Klarinette?

Der Trend geht zur Böhm-Klarinette (auch French System genannt). Das Böhm-System ist weltweit Standard, wird in Orchestern und Bands gespielt und von fast allen Lehrern unterrichtet. Die deutsche Griffweise ist nur noch an wenigen Schulen in Deutschland im Einsatz und gewissermaßen ein Auslaufmodell. Dennoch gilt es, sich unbedingt vor dem Kauf beim Lehrer oder der Schule zu erkundigen, welches System gebutzt wird!

Welche Klarinette soll ich kaufen?

Für den Einstieg eine B-Klarinette (die Standardklarinette) aus ABS-Kunststoff oder Holz ab ca. 130 €. Bei etablierten Herstellern wie Yamaha, Jupiter oder Buffet Crampon geht es knapp unter 600 € los. Kaufen Sie im Musikfachhandel — Polsterung und Mechanik sollten geprüft werden.

Was ist das Mundstück und warum ist es wichtig?

Das Mundstück ist entscheidend für den Klang und das Spielgefühl. Günstige Klarinetten werden oft mit schlechten Mundstücken geliefert. Ein gutes Schülermundstück (z.B. Yamaha 4C) kostet kanpp 50 € extra und macht einen spürbaren Unterschied. Ihr Lehrer kann das richtige Mundstück empfehlen.

Braucht mein Kind B- oder Es-Klarinette?

Beginnen Sie immer mit der B-Klarinette — das ist die Standardgröße. Die Es-Klarinette (kleiner, höher) und die A-Klarinette (etwas größer) sind Spezialinstrumente für Fortgeschrittene. Die B-Klarinette reicht für Jahre des Lernens völlig aus.

Ich möchte noch mehr Details!

Musik hat viel mit Harmonie zu tun — doch beim Thema Klarinette gibt es einen jahrhundertealten Streit unter Klarinettisten und Orchesterleitern: Welchem Spielsystem soll der Vorzug gegeben werden, dem französischen oder dem deutschen?

Streit der Kulturen: Böhm gegen Oehler
Das deutsche System (Oehler-System) ist dem traditionellen Klappen- und Griffprinzip treu geblieben. Das französische System hingegen geht auf eine „Revolution" aus dem Jahr 1839 zurück: Theobald Böhm entwickelte neue Berechnungen für eine verbesserte Intonation, die er ursprünglich für die Querflöte durchgeführt hatte und die dann auch für die Klarinette im sogenannten Böhm-System resultierte. Dieses neue System setzte sich nach und nach auf der gesamten Welt durch - ausser im deutschsprachigen Raum. In deutschen und österreichischen Sinfonieorchestern sind Böhm-Klarinetten auch nach 170 Jahren noch verpönt, während Orchester in der übrigen Welt ihrerseits keine Oehler-Klarinetten dulden. Es ist daher äußerst wichtig, sich vor der Anschaffung eines Instruments mit dem zukünftigen Lehrer über das verwendete System abzustimmen.

Ab wann kann ein Kind Klarinette spielen?
Etwa ab 7 oder 8 Jahren. Man sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass die Art der Tonerzeugung bei der Klarinette sehr viel komplizierter ist als beispielsweise bei der Blockflöte. Auch das Klappensystem ist schwerer zu erlernen. Man muss also wissen, dass die ersten Erfolgserlebnisse in Form einfacher Lieder bei der Klarinette erfahrungsgemäß etwas länger auf sich warten lassen als bei einfacheren Instrumenten.

Klarinette oder Saxophon — oder beides?
Ruhig beides! Das Erlernen der Klarinette ist ein sehr guter Einstieg, falls man später einmal zum Saxophon wechseln möchte. Die Art der Tonerzeugung ist sehr ähnlich und auch das Klappen- bzw. Griffsystem weist starke Parallelen auf. Das Erlernen der Klarinette ist aber keineswegs Voraussetzung für das Saxophon sondern lediglich eine sehr gute Hilfe. Da man mit dem Saxophon erst beginnen sollte, wenn der Zahnwechsel (zumindest der beiden oberen Schneidezähne) komplett vollzogen ist, haben viele Saxophonisten zunächst mit der Klarinette begonnen.

Was darf eine Klarinette kosten?
Man muss einige hundert Euro für eine neue Klarinette investieren. Brauchbare Schülerinstrumente liegen zwischen 250 und 500 Euro, nach oben gibt es wie immer keine Grenzen. Noch einmal der wichtige Hinweis: Kaufen Sie keine Klarinette, ohne sich vorher mit dem zukünftigen Lehrer über das Griffsystem (Böhm oder Oehler) abgesprochen zu haben. Idealerweise begleitet dieser Sie und Ihr Kind zum Fachgeschäft.